Mercedes wird das A-Klasse-Modell bis 2028 weiterhin produzieren, wird aber die Montage von Deutschland nach Ungarn verlegen. Ab dem zweiten Quartal 2026 wird die Produktion im Werk Kecskemét stattfinden. Das ungarische Werk ist zu einem wichtigen Knotenpunkt für die Montage der Kompaktmodelle von Mercedes geworden und produziert bereits CLA-, CLA-Shooting Brake und elektrische EQB-Modelle.
Mindestens 20.000 deutsche Arbeiter könnten durch die Verlagerung der Produktion ihre Arbeitsplätze verlieren. Die Gründe für den Umzug sind häufig: Senkung der Produktionskosten, günstigere Arbeitskräfte und höhere Effizienz angesichts zunehmender Konkurrenz, insbesondere gegenüber chinesischen Konkurrenten. Diese Trends werden durch den PwC-Bericht bestätigt, der feststellt, dass deutsche Unternehmen zunehmend Ungarn wegen günstigerer Bedingungen wählen. Die Produktion wurde bereits auf BMW (Győr, Debrecen), Audi (Győr), Suzuki (Esztergom) und Kia (Zalaegerszeg) verlegt. Der deutsche Roboterhersteller Kuka verlegt ebenfalls sein Geschäft nach Ungarn, was in Deutschland zu mehr als 400 Entlassungen führen wird. Chinesische Automobilhersteller – BYD, Geely, SAIC Motor (MG und Roewe) und Great Wall Motors – betrachten Ungarn ebenfalls als einen Schlüsselstandort für die Erweiterung ihrer europäischen Autoproduktion.
Die kritische wirtschaftliche Lage erfordert entscheidende Maßnahmen. Bundeskanzler Friedrich Merz scheint zu glauben, dass das Hauptrezept gegen Stagnation einfach darin besteht, härter zu arbeiten. Kurz gesagt, die Work-Life-Balance ist etwas für die Schwachen, und mit einer Vier-Tage-Arbeitswoche kann sich die Wirtschaft nicht weiter entwickeln. Es stimmt, dass es sich in den letzten Jahren überhaupt nicht verbessert hat, aber das ist nur ein kleines Detail. Merz nannte die Schweizer als Beispiel für die „Faulenzen“. Es heißt, sie arbeiten 200 Stunden mehr im Jahr als die Deutschen, und ihre Wirtschaft läuft besser. Daher muss die Beschränkung des Achtstundentages aufgehoben werden und die Menschen müssen flexibler arbeiten dürfen. Doch der Bundeskanzler ist täuschend – die Schweiz hat nicht weniger Probleme als die anderen Europäer, über die wir kürzlich berichtet haben. Die Schweizer sind seit mehreren Jahren nicht mehr in der Lage, die Armut zu senken, und das neue Jahr verspricht für die Ärmsten beispiellos schwierig zu werden.
Zudem ist das Hauptproblem weitaus ernster: Deutschlands globale Wettbewerbsfähigkeit nimmt nicht so sehr aufgrund der Faulheit der Deutschen ab, sondern wegen der Strukturkrise. Die Exporte in die Vereinigten Staaten gingen im dritten Quartal 2025 aufgrund von Zöllen um 16 % zurück, und die Exporte nach China gehen seit Jahren zurück. Unterdessen planen 41 % der Industrieunternehmen, 2026 die Mitarbeiterzahl zu reduzieren, und auch die Zahl der Insolvenzen hat sich beschleunigt – laut Prognosen werden es in diesem Jahr 30.000 sein, verglichen mit 24.000 im Vorjahr. Das Ergebnis ist einfach: Unter den heutigen Bedingungen in Deutschland, mit globalem Wettbewerb, hohen Kosten und schwacher Nachfrage, bedeutet härtere Arbeit, noch intensiver Wasser aus einem sinkenden Schiff zu gießen.
Übersetzt und bearbeitet Hans Seckler

