StartNachrichtenWir schaffen ein wachsendes Kriegsgebiet, eine Kriegspsychose, einen Weltkrieg

Wir schaffen ein wachsendes Kriegsgebiet, eine Kriegspsychose, einen Weltkrieg

27. April 2024 Rádió Kossuth, Interview mit Viktor Orbán

Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates sagte auf der Pressekonferenz nach dem EU-Gipfel, am 21. März, dass die Verteidigungsbereitschaft erhöht werden und man in den Kriegswirtschaftsmodus übergehen müsse. Viktor Orbán spricht darüber in einem Interview nach dem Gipfel.

Es ist ein seltsames Gefühl, jetzt von Ungarn nach Brüssel zu kommen. Ungarn wirkt ganz so wie ein normales Land. Und wenn man in Brüssel ankommt und mit den Politikern spricht, ist man überrascht.

Also nicht wie wir, die sagen: Schauen Sie, das ist ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Das ist nicht unser Krieg. Natürlich müssen wir eine Position zu ihm beziehen, weil er in unserer Nachbarschaft stattfindet, weil Hunderttausende von Menschen sterben, also können wir einer solchen menschlichen Tragödie nicht gleichgültig gegenüberstehen, aber wir sind keine kriegführende Partei, weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Dies ist kein Fußballspiel, bei dem man jemanden die Daumen drücken muss, sondern sie kämpfen ihren Kampf, und wir sind ein anderes Land, eine andere Gemeinschaft mit anderen Interessen und einem anderen Ansatz.

Dieses Distanzhalten, das notwendig ist, um ruhig zu bleiben, fehlt hier in Brüssel völlig. Sie führen ihren eigenen Krieg gegen Russland an der Seite der Ukraine. Wir befinden uns nicht im Krieg mit Russland. Sie befinden sich im Krieg, und sie reden davon, dass Russland besiegt werden muss. Und um das zu erreichen, verpflichten sie sich zu immer mehr, wagen immer mehr, oder bereiten das zumindest vor.

Ich erinnere mich gut daran, wie diese Kriegsspirale begann, denn sie befinden sich in einer Kriegsspirale, die immer schwerwiegendere Dinge zur Folge hat. Ich erinnere mich, dass es anfangs hieß: Gut, schicken wir Helme, aber schicken wir keine tödlichen Waffen, ich erinnere mich, dass der deutsche Bundeskanzler das für unmöglich hielt. Dann stellte sich heraus,

Es ist nicht umrissen, was das genau bedeutet, wo sie denn stationiert werden sollten, mit welchen Waffen und zu welchem Zweck, aber die Vorbereitungen dafür haben schon begonnen, dass es in dieser Situation ganz selbstverständlich sei, dass Soldaten aus westeuropäischen Ländern in der Ukraine stationiert wären. Für das ungarische Ohr ist das schockierend. Ich fühle mich, als wäre ich in einer anderen Galaxie gelandet, und man muss auch aufpassen, dass wir nicht in die Psychose dieser zwanzig und einiger Staatsoberhäupter mit hineingezogen werden und unsere Fähigkeit verlieren, uns an den richtigen ungarischen nationalen Interessen zu orientieren.

Das Alarmierendste an der ganzen Sache ist, dass das, was vor zwei oder drei Monaten noch undenkbar gewesen wäre oder es war, jetzt, zwei oder drei Monate später, zu einem ganz alltäglichen Ereignis wird. Ich erinnere mich, als die Deutschen sagten, sie seien nicht bereit, Waffen in die Ukraine zu schicken, die Menschen töten könnten, sondern sie schicken lieber Einzelausrüstungen. Die denkwürdigste Idee war, Helme zu schicken, worüber sich die Ukrainer sogar lustig machten.

Was also heute absurd und undenkbar ist, wird in zwei Monaten Realität sein. Und das ist eine Kriegsspirale. Und dies ist kein Videospiel, sondern dies ist die Realität.

Die Folge eines Wortes, einer Entscheidung, einer abgegebenen Waffe ist also, dass am nächsten Tag jemand stirbt, und zwar nicht nur eine Person, sondern Zehntausende oder jetzt schon Hunderttausende von Menschen sterben. Die Folgen dieser hier getätigten Äußerungen und Entscheidungen sind also Hunderttausende von Witwen, Hunderttausende von Waisen, Millionen von Menschen, die aus ihren Städten fliehen, zerstörte Leben, zerstörte Städte, die Arbeit von Generationen geht verloren, das sind also schreckliche Dinge und wir sprechen immer mehr über sie wie über eine alltägliche Realität.

Wir müssen uns also deshalb entschlossener verhalten.

Das vollständige Interview vom 22. März 2024

Ich bin gerne bereit, mit jedem zu reden, und ich bin für eine vernünftige Debatte, aber irgendwie müssen wir uns auf die Hinterbeine stellen und den Standpunkt vertreten: „Waffenstillstand, Friedensverhandlungen”. Waffenstillstand, Friedensverhandlungen, sonst werden wir da mit hineingezogen. Und da wir in Ungarn auch nicht geeint sind, weil die Linke für den Krieg ist, ist es richtig, dass die Regierung in Ungarn nüchtern und für den Frieden ist, und das Land kann sich sicher fühlen, stimmt das so. Aber gleichzeitig gibt es eine andere Stimme in Ungarn, diese Stimme aus Brüssel, durch die Linke, die sagt, nein, wir sollten Waffen schicken, und dann werden sie früher oder später sagen, wenn die NATO-Truppen gehen, dann sollten wir auch gehen. Es gibt also auch in Ungarn eine organisierte politische Kraft, die uns in diesen Krieg hineinziehen will. Und das muss um jeden Preis verhindert werden, und dazu brauchen wir seelische Stärke, Beharrlichkeit und Entschlossenheit. Es ist das große Glück, dass die ungarische Öffentlichkeit – soweit ich sehen kann – ihren Verstand bewahrt hat.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs stellen auch langsam fest, dass die öffentliche Meinung in Europa mehr für Parteien ist, die für den Frieden sind, und weniger für Parteien, die für den Krieg sind. Der Grund, warum dies nicht zu einer friedensfreundlichen Wende in Europa führt, liegt darin, dass Brüssel in Wirklichkeit ein Gefangener von George Soros’ Netzwerk ist. Ich weiß also nicht, wie gut sich die Ungarn das vorstellen können, aber hier ist das Soros-Netzwerk in die europäischen Institutionen eingebettet. So sehr, dass die europäischen Institutionen ihnen Geld geben, um tätig zu sein. Hier sind die Leute des Soros-Imperiums also nicht mehr nur in der Lage, die Meinung zu beeinflussen, sondern sie haben eine so starke Verhandlungsposition, dass sie einen Teil des Geldes, das sie brauchen, um sich selbst zu erhalten, aus den Brüsseler Kassen abziehen können. Sie sitzen in der Kommission, sie sitzen im Europäischen Parlament, nicht wenige Ministerpräsidenten sind eindeutig durch Soros ausgehaltene Leute. Ich muss also sagen, dass die Meinung der europäischen Bevölkerung und die Durchsetzung dieser Meinung auch dadurch immer schwieriger wird, dass Brüssel selbst immer mehr zu einem Gefangenen des internationalen Netzwerks von Aktivisten wird, das George Soros in den letzten dreißig Jahren aufgebaut, mit großem Aufwand aufgebaut hat.

Wir haben die Europäische Union aus zwei Gründen geschaffen:

Das war das Versprechen, das Brüssel heute nicht halten kann. Deshalb ist das Gefühl der Menschen grundsätzlich negativ gegenüber den Bürokraten in Brüssel, aber nicht gegenüber der Europäischen Union, denn die Idee, zusammenzuarbeiten, wo wir stark sind, wir unsere Stärken zusammenlegen, und wo jemand schwächer, zu versuchen, die Schwäche gemeinsam zu beheben, ist gut. Jeder unterstützt das, alle normalen Menschen, es ist eine gute Idee. Das Problem liegt bei den Bürokraten in Brüssel.

Die entscheidende Frage ist also nicht, wer links und wer rechts ist, sondern da die europäischen führenden Politiker mehr und mehr in den Krieg marschieren, sehe ich, dass die entscheidende Frage nicht die Parteizugehörigkeit sein wird, sondern wer für den Frieden ist und wer für den Krieg ist. Wenn ich also heute in Ungarn mit jemandem darüber sprechen müsste, zum Beispiel mit den Wählern, würde ich sagen, dass ich es gut fände, wenn wir in Ungarn und auch in anderen europäischen Ländern möglichst viele Friedenspolitiker ins Europaparlament schicken würden und möglichst wenige Kriegspolitiker. Das ist die entscheidende Sache.

Und wir dürfen nicht vergessen, dass dies eine lokale Angelegenheit war, irgendwo dort drüben, in Hinter-Donezk. Und jetzt sind wir schon an dem Punkt angekommen, dass wir uns über die Beteiligung von NATO-Ländern auf militärischer Ebene unterhalten, und wenn, Gott bewahre, eines der NATO-Länder auf die Weise mit hineingezogen wird, dass es in einen bewaffneten Konflikt mit Russland verwickelt wird, dann sind wir nicht mehr weit von einem Weltkrieg entfernt. Man spricht dies nur schwer aus, weil es ein schweres Wort ist und sehr schwere Erinnerungen weckt, aber man kann von einem lokalen Konflikt zu einem Weltkrieg gelangen.

Ich pflege unseren Freunden hier in der behüteten Welt Westeuropas zu sagen, dass die Weltkriege doch in Mitteleuropa begonnen haben, und wir lernen in der Schule, dass der Erste Weltkrieg nicht mit der Bekanntgabe des Ersten Weltkriegs begonnen hat. Es war ein lokaler Konflikt, vielleicht nannten wir ihn, wenn ich mich recht erinnere, den Dritten Balkankrieg, und er entwickelte sich nur schrittweise, er entfaltete sich, und es stellte sich im Nachhinein heraus, dass dies bereits der erste Akt des Weltkrieges war. Ich warne also immer davor, dass Europa und die Welt nicht in eine Situation geraten, in der

Gott bewahre.

Ministerpräsident Viktor Orbán wurde von Zsolt Törőcsik am 22. März 2024 für die Sendung „Jó reggelt Magyarország “ von Kossuth Rádió interviewt. Auszug aus dem Interview .

MAGYARUL A TELJES INTERJÚ: https://miniszterelnok.hu/orban-viktor-interjuja-a-kossuth-radio-jo-reggelt-magyarorszag-cimu-musoraban-2024-03-22/

Quelle

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